Teppich für´s Badezimmer weben

Teppich für´s Badezimmer weben

Wer wie ich mit einem eher kleinen Badezimmer gesegnet ist, wird wissen wie schwer es ist, einen schönen Teppich in passender Größe zu finden. Deshalb: Selbermachen und im selben Zug gleich alte T-Shirts recyclen!

Ich muss zugeben: Auf meinem Kleiderschrank stapeln sich aussortierte Klamotten, die schon längst den Weg zum Flohmarkt hätten finden sollen. Um den Berg zu verkleinern, musste ein neues DIY-Projekt her. Wie gut, dass ich gleichzeitig auf der Suche nach einem neuen – ausnahmsweise mal kein Ikea – Teppich war. Also ran an Schere & Stoff und los geht´s mit Zerschnippeln und Fädeln!

 

Für deinen individuellen Teppich brauchst du:

  • Alte T-Shirts, Jerseystoff oder Textilgarn
  • großes Stück Pappe
  • Wolle oder dicken Garn
  • Schere, Lineal, Bleistift

optional:

  • Handtuch
  • Vliesoflix (beidseitig haftend)
  • Nähmaschine, Faden

 


1. Überleg dir zunächst einmal wie groß du deinen Teppich haben willst und zeichne dir einen Kreis in der gewünschten Größe auf die Pappe. Schneide diesen aus.

2. Teile deinen Kreis nun in Viertel, also zuerst auf der einen Seite, dann auf der anderen halbieren. Fahr weiter so fort und ziehe Linien durch den Mittelpunkt deines Kreises bis du mindestens 30 Linien (bei mir waren es 32) aufgezeichnet hast. Jetzt schneidest du jede deiner Linien etwa einen cm ein.

3. Nimm deinen Garn und bespannen deinen Webrahmen. Führ dafür den Garn von der Rückseite durch den ersten Schlitz – lass ein paar cm hängen – bis zur gegenüberliegenden Seite. Dort führst du ihn ebenfalls durch den Schlitz und ziehst ihn durch den nebenan liegenden Schlitz wieder nach oben und zur gegenüberliegenden Seite. Dort knotest du ihn auf der Rückseite mit dem Anfang deines Fadens fest. Führe ihn wieder nach vorne, der Linie entlang bis zur anderen Seite und durch den benachbarten Schlitz wieder nach vorne. So machst du weiter bis dein Rahmen komplett bespannt ist. Das Ende des Garns knotest du einfach wieder auf der Rückseite fest.

4. Bevor wir zum Weben kommen, müssen wir unsere T-Shirts natürlich erstmal zum Garn umfunktionieren. Dafür schneidest du sowohl aus der Vorderseite als auch Rückseite ein großes Rechteck aus – die Ärmel kommen also ab. Dieses schneidest du nun spiralförmig ein, sodass du am Ende ein langes zusammenhängendes Stück bekommst. Falls ein paar Stellen, z.B. an den Ecken, breiter sind, das macht nichts. Du kannst das am Ende leicht im Teppich verstecken (allerdings find ich´s viel schöner, wenn es bisschen unordentlich aussieht 🙂

5. So, jetzt beginnt das Weben. Bedenke dabei, dass des am Anfang ziemlich eng ist. Ich habe deshalb die ersten zwei Runden mit meinem Garn gewebt bevor ich zum Jersey übergegangen bin. Nimm den Anfang deines Fadens und schieb diesen abwecheln einmal über und einmal unter dem Garn durch. Bist du am Anfang deiner Reihe angekommen, fädelst du einmal über (oder unter) zwei Fäden entlang, sonst geht es nicht ganz auf. Schieb die einzelnen Reihen immer wieder schön eng zusammen.

 

6. Bist du am Ende deines Fadens angelangt oder möchtest du eine neue Farbe beginnen, dann lässt du das Ende deines aktuellen Garns einfach nach unten hängen und beginnst mit deinem Neuen ein paar „Speichen“ davor. So lassen sie sich am Ende leicht auf der Rückseite miteinander verknoten.

7. Mach solange auf diese Art weiter bis kein Platz mehr für eine neue Reihe auf dem Webrahmen ist. Beachte aber, dass es am Ende wirklich eng sein sollte, sonst wird dein Teppich zu locker. Jetzt hebst du ganz vorsichtig die einzelnen „Speichen“ nach oben ab und ziehst dir deinen Teppich in Form. Knote auf der Rückseite die überstehenden Enden zusammen. Wenn du magst, kannst du hier schon aufhören, dann auf jeden Fall schon mal Glückwunsch zum neuen selbstgemachten Teppich 🙂

 

Mir war er dann leider doch etwas zu locker (Ungeduld lässt grüßen…) und ich wollte ihm noch eine badezimmertaugliche Rückseite verpassen. Deshalb auf zu Schritt 8!

8. Nimm die Vlieseline (durch Bügeln doppelseitig haftend) und schneide dir einen Kreis in den Maßen deines Teppichs zurecht. Bügle diese auf dein Handtuch, schneide danach auch dieses auf die richtige Kreis-Größe zu und zieh die Papierschicht ab.

 

9. Bügle jetzt ganz vorsichtig die Vliesofix-Seite auf die Rückseite deines Teppichs auf. Ich muss zugeben, dass es ein bisschen komplizierter und schwieriger war als gedacht. Du musst relativ lange bügeln, damit sich alle verbindet und leider war ich mit dem Ergebnis trotzdem nicht ganz zufrieden. Ich denke, nach ein paar Tagen Benutzung hätten sich die beiden Teile wohl wieder gelöst, deshalb auf jeden Fall noch mit der Nähmaschine nacharbeiten.

Dafür nähst du Teppich und Handtuch einfach mit dem Zickzack- oder Overlockstich an den Außenkanten entlang zusammen.

 

Et voilá, fertig ist dein selbstgewebter Badteppich! Im Nachhinein war es dann doch – aufgrund einiger kleiner Stolpersteine – aufwändiger und langwieriger als gedacht, aber ich bin mit dem Ergebnis auf jeden Fall sehr zufrieden. Das Coole dabei ist, dass es einerseits eine tolle Verwertungsmöglichkeit für alte Kleidung ist und andererseits den Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt sind. Es lassen sich noch easy andere Bänder, Wolle und Stoffe miteinarbeiten und am Ende entsteht auf jeden Fall ein einzigartiges Unikat ganz nach deinem persönlichen Geschmack ♥

Viel Spaß beim Schnippeln und Weben,

deine Katharina


Antworten